Ein Projekt für

bunte Landschaften

in der Städteregion Aachen

16.09.2020 19:38

August ist Inforundenzeit

Wir sind mit dem Blütenparadies nicht nur angetreten, neue Lebensräume für Insekten und für viele andere Organismen in der Agrarlandschaft zu bieten. Wir möchten auch Verbindungen zwischen den Menschen schaffen, die sich in ihrer Freizeit oder hauptberuflich um den Schutz der Natur kümmern und denen, die aktiv durch landwirtschaftliche Aktivitäten oder politische Entscheidungen die Landschaft gestalten. Am 28. August haben wir uns deshalb am Geuchter Hof bei einem unserer vierzehn Blütenparadies-Landwirten Dieter Lanckohr getroffen, um über das Blütenparadies zu informieren, die nächstgelegenen Flächen in der Horbacher Börde zu inspizieren und vor allem um mit Euch zu diskutieren. Initiator Volker Gauchel und Koordinator Björn Scholz-Starke konnten mehr als dreißig interessierte Teilnehmer begrüßen und über das Konzept des Projektes informieren. Eine repräsentative Umfrage hat ergeben, dass alle von uns angesprochenen Interessensgruppen vertreten waren. Unterstützer aus der Zivilgesellschaft, vom Grundschul- bis zum Rentenalter, waren ebenso dort wie Politiker unterschiedlicher Parteien, Entscheider aus den Umweltämtern der Stadt Aachen und der Städteregion, Naturschützer aus den Biologischen Stationen von Stadt und Städteregion, Wissenschaftler und unsere Blütenparadies-Landwirte.

Die Diskussionen begannen direkt am Hof. Die Landwirte berichteten über die Herausforderungen marktgerechte Produkte herzustellen, die Ihnen auch zu einem existenzsichernden Preis abgenommen werden (Speisekartoffeln dürfen nicht zu groß sein, Weizen muss einen Mindeststärkegehalt aufweisen). Wir haben die Frage diskutiert, nach welchen Kriterien wir die Blühmischungen ausgewählt haben und wie diese ökologisch weiter aufgewertet werden können. Dabei kamen mehrere teils widerstrebende Aspekte zur Abwägung: regionaltypische Pflanzen magerer Standorte oder blühfreudige Mischungen für Flächen mit mehr Nährstoffen? Der Preis für jeden Hektar in unserem weitgehend privat finanzierten Projekt spielte ebenso eine Rolle wie die Flexibilität beim Saatzeitpunkt. Intensiv wurde diskutiert, ob Blühflächen überwintern sollten (idealerweise ja, wie circa zwei Drittel der Flächen im Blütenparadies) und wie sich mehrjährige Blühflächen mit Gräsern im Laufe der Zeit zu immer weniger vielfältigen Beständen entwickeln.

Es war insgesamt eine schöne Gelegenheit sich weiter kennenzulernen, sich zu vernetzen und auszutauschen. Viele Insekten waren an einem windigen Spätsommertag nicht unterwegs, im nächsten Jahr versuchen wir früher in der Saison zu starten.

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