Ein Projekt für

bunte Landschaften

in der Städteregion Aachen

05.08.2019 17:32

Insekt des Monats

In diesen Wochen schauen wir auf möglichst vielen der insgesamt 33 Blühflächen nach, ob der Bestand an Blühpflanzen sich gut entwickelt hat und ob die Blüten als Nahrungsquelle von den Insekten angenommen werden. Wir erfassen bei diesen Rundgängen die wichtigsten Gruppen der Insekten, wir kennen aber auch die Arten, die in der Agrarlandschaft besonders häufig und wichtig sind. Das wird ein Thema in einem der nächsten Newsletter sein. In dieser Ausgabe des Blütenparadies-Newsletters fangen wir daher eine kleine Serie an und wollen einige besonders interessante Arten vorstellen. Wir beginnen mit einer Art aus der Familie der Schwebfliegen, mit der Gemeinen Hainschwebfliege.

Die Gemeine Hainschwebfliege - Episyrphus balteatus

Die Hainschwebfliege ist eine farbenfrohe Diptere (Zweiflügler) aus der großen Familie der Schwebfliegen (in Deutschland leben 450 Arten), die durch ihren gelb schwarzen Hinterleib gefährlichere Wespen nachahmt. Bereits vor 15 Jahren kürte das Kuratorium „Insekt des Jahres“ diese Art zum Preisträger des Jahres 2004 .

Die Hainschwebfliege, der Zugvogel unter den Insekten! Sie sind nur halb so groß wie eine Honigbiene, bewegen ihren 8-12 Millimeter großen Körper aber trotzdem über Tausende von Kilometern und über die Gipfel der Hochgebirge. Sie kommen im Frühjahr aus Südeuropa oder sogar aus Nordafrika, denn dann finden sie in den mittleren Breiten ein reiches Nahrungsangebot. Diese Wanderbewegungen machen besonders deutlich: Naturschutz und damit der Schutz der Lebensräume und der Populationen der Insekten kann nicht nur auf isolierten, paradiesischen Inseln stattfinden, sondern es bedarf der Vernetzung der Initiativen und Konzepte. Am Ende unseres Sommers kehren sie wieder in den Süden zurück und können dort weitere Generationen durchfüttern.

Die Hainschwebfliege ist eine typische Art der Agrarlandschaft, wenig spezialisiert besucht sie auf Wiesen und in Säumen bevorzugt die Blüten von Doldengewächsen (Familie Apiaceae) und Korbblütlern (Asteraceae). Unsere Blühmischung kommt der Hainschwebfliege entgegen: Ringelblumen und Sonnenblumen, Dill und Koriander ziehen sie magisch an. Eigene Untersuchungen in der Horbacher Börde  haben aufgezeigt, dass die Hainschwebfliege auf Acker- und Brachestandorten wie auch in Hecken und Wiesen sehr stetig zu finden ist. Unter anderem dort legt sie ihre bis zu hundert Eier ab und dort schlüpfen dann auch die Larven. Die Larven ernähren sich räuberisch von Blattläusen, einem wichtigen Schädling in der Landwirtschaft, zum Beispiel im Getreide. Als Antagonisten können die Schwebfliegen wichtige Funktionen für den Pflanzenschutz erfüllen und so einen kleinen Baustein einer nachhaltigen Landwirtschaft darstellen. So wird deutlich: Die Vielfalt der Ökosysteme und der Arten in der Agrarlandschaft stehen nicht im Widerspruch zu einer nachhaltigen Landwirtschaft, sondern stellen wirksame Maßnahmen zum Schutz der Kulturpflanzen dar.

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